Begonnen hat meine Karriere am Kicker vor fast eineinhalb Jahren mit dem Beginn meines Praktikums bei Joussen Karliczek.
Früher als Praktikant und heute als Werksstudent, stehe ich immernoch mehrmals die Woche an einem Leonhart “Turnier-Sieger Retro”. Ein klassischer Tischkicker mit 19,5cm breiten Toren und den Leonhart “Retro Turnier-Sieger-Figuren”.
Da sich neben dem reinen Spaß am abendlichen Spiel in der Agentur auch eine gewisse Leidenschaft zum Tischfussball bei mir entwickelt hat, war ich nun in den letzten Wochen und Monaten auf der Suche nach eine adäquaten Gerät für zuhause.
Auf Grund eines Preises von 850 Euro für den “Turnier-Sieger Retro” oder 790 Euro für den “Home Soccer” von Leonhart, kamen diese zugegebenermaßen Spitzenklasse-Modelle leider nicht in Frage.

(Leonhart “Turnier-Sieger Retro”)

(Leonhart “Home Soccer”)
Fotos: Kicker-Klaus.de
Der erste Wunsch war natürlich: Ein qualitativ vergleichbares Modell wie die Marken-Kicker von Leonhart & Co. – das Ganze aber bitte für 200-300 Euro.
Leider wurde auch mir sehr schnell klar, dass das nicht wirklich funktionieren kann.
Nach dem Studium einiger Testberichte und Unmengen von Foren-Beiträgen war schnell klar, dass es für Preise unter 400 Euro keine brauchbaren Modelle geben soll. In dieser Preisklasse wird von vielen Spielern immer wieder der Ullrich Kicker “Home” als einzig halbwegs annehmbares Modell genannt.
Da ich jedoch – zumindest bisher – nur hobbymäßig an dem Tisch spiele, war mir auch eine Investition von ca. 400 Euro (+ Versandkosten) etwas zu übertrieben.
Für einen trainierteren Spieler, der auch gerne für Turniere üben möchte, mag der Preis mehr als gerechtfertigt sein – für einen Laien wie mich ist es aber eindeutig zu viel.

(Ullrich-Kicker “Home”)
Foto: Ullrich-Kicker.de
Hingegen bin ich im anvisierten Bereich um die 200-300 Euro immer wieder bei absoluten NoName-Produkten gelandet, die schon auf den Produktfotos sehr klapprig und instabil aussahen. Einzig ein Modell aus dem Shop von Kicker-Klaus.de – einem der größten Tischkicker-Shops im Internet – konnte auf Fotos und durch gute technische Daten noch überzeugen.
Der “Wembley” ist ebenfalls ein “NoName”-Produkt, jedoch qualitativ um einiges hochwertiger als der Durchschnitt. Leider kostet der “Wembley” ebenfalls weit über 300 Euro – genau gesagt 375 Euro (+ Versandkosten). Wenn da nicht eine Kleinigkeit wäre, die mein Interesse schnell geweckt hat:
Direkt unter dem “Wembley” fand sich im Online-Shop von Kicker Klaus der Hinweis “Stark preisreduzierte B-Ware”. Weiterhin angemerkt war folgendes:
Bei unserer B-Ware handelt es sich um voll funktionsfähige Neuware mit regulärer Gewährleistung. Es gibt also keine Einschränkung bei der Garantie oder der Ausstattung. Hier die möglichen Gründe für die Preisreduzierung:
* Der Artikel wurde bereits einmal ausgepackt, vorgeführt und vom Kunden angesehen.
*Es liegt ein Kartonage-Schaden vor, d.h. die Originalverpackung ist beschädigt oder fehlt teilweise.
* Die Ware weist geringfügige optische Mängel auf, die keinen Einfluß auf die Funktionsfähigkeit haben.
Nach einiger Bedenkzeit und einer Anfrage, ob denn im Moment ein B-Ware-Gerät lieferbar sei, wurde der Kicker dann vor 2 Wochen bestellt.
Der große Vorteil im Kicker-Klaus-Shop: Alle montierten Teile können nach Lust & Laune ausgetauscht werden. Hierbei muss dann nur der Aufpreis und nicht der gesamte Preis für die veränderten Teile bezahlt werden.
So habe ich den Kicker wie folgt aufrüsten lassen:
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* Tischkicker “Wembley” (B-Ware) – 199,00 Euro
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* Lettner L4 Soccer-Figuren – 14,00 Euro (Aufpreis)
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* Holz-Griffe wie am Leonhart Retro – 0,00 Euro (Aufpreis)
(Hier könnte man auch “professionellere” Griffe wählen. Aufpreis gesamt ca. 10-15 Euro.)
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* Versandkosten – 23,20 Euro

(Tischkicker “Wembley”)

(Nachträglich angebaut: 3-Loch Gleitlager, schwarz)


(Lettner L4 Soccer-Figuren)

(Holzgriffe – kurz, wie beim Leonhart “Turnier-Sieger Retro”)

(Kunststoffball Leonhart ITSF, griffig – wird auf dem Kicker hauptsächlich gespielt)
Fotos: Kicker-Klaus.de
Schon wenige Tage später (leider verzögert durch Feiertag und Wochenende) stand die Spedition mit dem Riesen-Karton vor der Türe.
Der Aufbau des ca. 60kg schweren Kickers geht relativ leicht von der Hand. Im Alleingang habe ich ca. 2 Stunden gebraucht, um alle Teile zusammenzufügen und das Gerät spielbereit zu machen.
Warum der Kicker genau als B-Ware eingestuft wurde, kann ich bis heute nicht wirklich sagen. Außer einer kleinen Druckstelle und einigen etwas unsauberen Kanten lassen sich keinerlei Mängel finden. Die Funktionsfähigkeit wird also wie von Kicker Klaus versprochen nicht beeinträchtigt.
Auch die Optik ist super, wenn man von kleinen Makeln absieht, die jedoch wirklich nur bei genauer Betrachtung auffallen.

(Aufgebaut mit den zusätzlich bestellten Lettner L4 Figuren in Schwarz & Weiß und den Holzgriffen.)
An dieser Stelle auch ein paar Anmerkungen zu den verbauten Komponenten.
* Spielfeld (L x B): 119 x 68 cm (Maß wie bei gängigen Marken-Tischen).
* Massiv-Stahlstangen (verchromt) 16mm (Nahezu unverwüstlich, bei guter “Ölung” kein starker Unterschied zu Hohlstangen).
* Standbeine aus massivem Holz sorgen für einen festen Stand und verhindern das Verrutschen des Tischs.
* Turnier-Spielfeld mit nahtlos hochgezogenen Ecken (leider ohne Anhebung an den Seitenbanden, was jedoch kaum negativ auffällt und für einen Hobby-Spieler durchaus zu verkraften ist. Im professionelleren Bereich ist wird diese Anhebung jedoch sicher stark vermisst.).
* Gewicht ca. 60 kg (selbes Gewicht wie beim Leonhart “Turnier-Sieger Retro” oder “Home Soccer”).
Nach dem Aufbau standen die ersten Test-Spiele mit meiner Freundin an. Das Ballgefühl ist super, das Spielfeld lässt sich nur mit extremem Druck minimal durchbiegen, was man jedoch im normalen – auch härteren – Spielbetrieb nicht bemerkt. Ein Verrutschen des Spielballs ist hier auch bei extremem Klemmen nicht möglich.
Stehen tut der “Wembley” auf meinem Teppich wirklich super. Bisher ist er selbst bei hektischem und sehr agressivem Spiel nicht verrutscht. Im ganzen fühlt er sich genauso stabil und standfest wie der “Turnier-Sieger Retro” an.
Die massiven Stahlstangen spielen sich zugegebenermaßen etwas “schwerer” als die inzwischen häufiger verwendeten Hohlstangen. Dafür sind sie noch unempfindlicher und bei guter Schmierung mit Silikon-Öl (kostenfrei von Kicker Klaus mitgeliefert) nicht wirklich “schwer” zu spielen. Nur eben nicht so leicht wie Hohlstangen. Hier sollte auch angemerkt sein, dass die meisten Marken-Kneipen-Kicker ebenfalls mit Massivstangen ausgestattet sind. Diese Stangen sind also keines Wegs ein Zeichen minderer Qualität.
Einziges Manko am Kicker: Die Kugellager haben etwas zu viel Spiel. Wirklich störend ist dies wahrscheinlich nur für “Profis”, jedoch werde ich sie wohl in naher Zukunft gegen Marken-Gleitlager von Leonhart ersetzen (Preis ca. 30 Euro für alle 16 Lager).
Die Kugellager wurden inzwischen durch Gleitlager ersetzt (siehe “Nachtrag” weiter unten im Artikel). Seitdem ist das Wackeln vollständig verschwunden und man fühlt sich langsam wie an einem Leonhart Home Soccer… :)
Wenn ich nun zusammenrechne, habe ich für den Kicker, Lettner L4 Soccer-Figuren, Holz-Griffe, die Gleitlager und Versandkosten ca. 270 Euro bezahlt. Mit diesem Preis liegt das Gerät fast 200 Euro unter dem Preis des Ullrich-Kickers “Home” (399 Euro + 69 Euro Versand = 468 Euro).
Außer dem höheren Gewicht kann ich als Hobby-Spieler keinen erkennbaren Vorteil des Ullrich-Kickers “Home” gegenüber der “getunten” Version des “Wembley” von Kicker-Klaus.de erkennen. Außer dass die Tore 20cm breit sind und der Ullrich-Kicker “Home” somit, soweit ich das inzwischen weiß, als “Soccer”-Tisch und nicht als “Tischkicker” bezeichnet wird.
Nachtrag
Inzwischen habe ich den Kicker noch mit Gleitlagern nachgerüstet. Da die Bohrungen in der Innen- und Außenseite der Seitenwand mit 26mm (Innen) und 34mm (Außen) nicht gerade “Standard” sind, habe ich nach längerer Beratung mit dem Service-Center von Kicker Klaus folgende Lösung gewählt:
Auf der Innenseite sind nun 3-Loch Gleitlager von Kicker Klaus (0,50 Euro pro Stück) mit 16,1mm Innendurchmesser und 26mm Außendurchmesser verbaut. Diese dienen als eigentliche Lager. Da es für Außen keine passenden Abdeckungen/Verblendungen gibt, sind hier 4-Loch Gleitlager von Leonhart (1,17 Euro pro Stück) mit einem Innendurchmesser von 16,3mm verbaut worden. Nach dem Einbau der inneren Lager können die als “Dekor”-Lager verwendeten Leonhart-Lager von außen justiert werden. Diese kosten zwar mehr als die eigentlichen Lager, sorgen dafür aber auch für eine super Optik.

(3-Loch Gleitlager, schwarz)

(4-Loch Gleitlager, schwarz – Original Leonhart Ersatzteil)
Fotos: Kicker-Klaus.de
Alles in allem hat dieser Umbau inklusive passender Edelstahl-Schrauben gute 30 Euro gekostet, die sich wirklich lohnen.
Das durch die Kugellager verursachte Wackeln der Stangen ist voll und ganz verschwunden. In den neuen Gleitlagern laufen die Stangen nun ausgezeichnet und mit nur minimalem Spiel, welches an jedem Kicker vorhanden ist.
Ich hoffe, dass diese Rezension einigen Interessierten bei ihrer Kaufentscheidung helfen kann. Ich kann den “Wembley” aus meiner Sicht als Hobby-Spieler wirklich nur empfehlen. Einzig die genannten Umbauten (Soccer-Figuren, andere Griffe und Gleitlager) würde ich jedem Käufer ans Herz legen. Die zusätzlichen Kosten zahlen sich beim Spielgefühl wirklich aus.
Natürlich freue ich mich wie immer über weitere Kommentare und Meinungen zum “Wembley” und meinem Beitrag über diesen Kicker.
Ich hatte die große Ehre den Test zu begleiten und kann Herrn Sesselmann nur zustimmen, der Kicker, trotz B-Ware ist qualitativ vom Feinsten!
Hallo,
Ich habe vor vier Wochen auch die B-Ware von diesem Kicker erworben und bin auch sehr zufrieden damit. Die Veränderungen mit Figuren L4 Blau/rot habe ich auch gemacht und neue Griffe angebracht(die waren aber teurer)….Bei den Lagern würde ich mich interessieren welche Möglichkeiten es noch gegeben hätte?
Der Abstand zum Spielfeld beträgt auch zum Glück12-13mm und nicht 8-9mm wie ich es vorher in Foren lass…..was ich nur überlege ist ob ich mir noch neue Stangen hohlen soll oder Lager erstmal reichen?
Hab außerdem Bei den Puffern den äußersten Rand also einen Gummiring vom Puffer abgeschnitten dannach ist das Spielen an der Bande wesentlich einfacher….
lg Manû
Guten Morgen Manû,
freut mich, dass dir der Kicker auch gefällt. Denke auch, dass er in Foren oft zu Unrecht runter gemacht wird.
Einige Punkte zu deinem Kommentar:
* Jede andere Lösung als die oben Beschriebene erfordert das Vergrößern der inneren Lagerbohrungen, für außen findest du soweit ich weiß garkeine passenden Gleitlager, weil die Löcher mit ca. 34mm zu groß sind. Die beschriebene Lösung funktioniert jedoch auch wirklich ohne Probleme. Bin sehr zufrieden mit dem Umbau.
* Die Umrüstung auf Hohlstangen ist zwar sicher reizvoll, jedoch legt man da gut und gerne noch ca. 200 Euro drauf. Dann ist man langsam in einem Bereich, wo der Sprung zum Home Soccer von Leonhardt (790 Euro) oder z.B. einem Ullrich-Kicker sinnvoller gewesen wäre.
* Das Abschneiden der Puffer würde ich persönlich eher nicht vorschlagen, wenn es auch nicht allzu schlimm ist. Jedoch haben die Puffer eigentlich eine gute Breite, um Bandenpässe gerade so blockierbar zu machen. Wenn man nun noch eine “Scheibe” abschneidet, wirds schon gewaltig eng an der Bande. Gut zum durchspielen, aber auch noch viel besser zum blocken ;)
Soweit so gut, viel Spaß weiterhin mit dem “Wembley”
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank,
Danke für deine schnelle Antwort hier. Habe mir jetzt mal für zwei Stangen Lager nach deiner Idee bestellt und eine Contus®-L4 Stange zum Testen: Zu dem was du zu den Stangen gesagt hast stimme ich dir zu sind 184 € aber jeden Monat eine Stange kann man sich ja kaufen ;-)….. Erstmal nur Sturm und Abwehr nachrüsten bloß deiner Rechnung bezüglich des Home Soccer von Leonhardt (790 Euro) kann ich nicht folgen da das Nachrüsten der Stangen auch dort anfallen würde da er auch nur mit hartverchromten Vollstangen geliefert wird….
Zu dem Puffer würde ich dir gerne ein Bild zeigen das der Spieler echt noch viel Platz zur Bande hat aber das dieses gefummel den Ball von der Bande weg zu bekommen gänzlich aufhört, kannst es Ja bei deiner nächsten Bestellung ausprobieren und dir zwei Ersatzpuffer bestellen es lohnt sich wirklich. Es sind ja auch nur 3-4mm die da wegkommen auf jeder Seite…
Finde es echt super sich mit einem Gleichgesinnten auszutauschen…Vielleicht schaffen wir es Den Kicker doch noch ein wenig zu pushen dem Kicker sei es gegönnt.
So eine Seite wie hier hätte ich gerne vor dem Kauf gelesen…Hab sonst nur Kommentare gefunden die von diesem Kicker abraten…
Grüße Manû
Hallo Manû,
mit den Stangen muss ich dir recht geben, da habe ich mich getäuscht. Ich spiele oft auf einem Leonhardt Retro, der ist mit Hohlstangen ausgerüstet. Ich dachte bisher, dass wäre beim Home Soccer auch.
Jedoch muss ich sagen, dass ich persönlich den Unterschied zwischen Hohl- und Vollstangen für vernachlässigbar halte, solang die Stangen ordentlich laufen und nicht unnötig Spiel im Lager haben (dank Gleitlagern ist das inzwischen so ;) ).
Die Sache mit den Puffern werde ich eventuell in der Zukunft mal ausprobieren. Mit etwas Übung ist ja aber auch das Problem mit den Bällen an der Bande zu beheben ;) alles eine Frage der Technik *g*
Ja, ich hätte auch gerne genauere Infos im Vorfeld gehabt. Habe mich dann aber umso mehr gefreut, dass der Kicker wirklich so spitze ist.
Viele Grüße
Frank
Hi Frank,
Ich Spiele seit 20 Jahren fast wöchentlich Tischfußball (jetzt ja täglich:-)) und mir ist die Technik nicht fremd den Ball von der Bande zu bekommen^^ aber auf die Dauer im Spiel doch nervig…
Meine Frage wäre noch wie du die alten Lager aus der Bohrung gelöst hast? und dann hast du erst das 3-Loch Gleitlager von innen montiert und das zweite von außen nur aus optischen gründen montiert oder?
Auf dem Foto sind noch die Originallager drauf oder?
Grüße Manû
Guten Abend Manû,
die Lager lassen sich relativ gut vom Kicker “hebeln”. Sie sind mit einer Art “Riffelung” in einander verzahnt. Wenn man mit einen Kreuzschlitz zwischen Lager und Bande fährt, kann man sie eigentlich relativ gut raushebeln.
Habe die Lager erst von innen montiert und anschließend die Leonhardt-Lager von außen justiert. Wie im Artikel beschrieben eigentlich nur rein als Deko, da normale “Rosetten” eine viel zu große Bohrung haben und man dann in die Lagerbohrungen des Kickers reinschauen kann.
Und ja, auf dem Foto sind noch die alten Lager drin.
Grüße
Frank